12. April  bis  27. Juni 2012

«Was bleibt?» – Fotografien von Ursula Müller

Vernissage: 12. April 2012, 18.15 Uhr
Spuren zusammentragen – das scheint leicht. Als ginge es um reine Fleiss­arbeit. Nur stellt sich die Frage: Auf welche Spuren soll man sich einlassen? Und können diese fotografierten Zeichen einem Leben von 81 Jahren gerecht werden?

Ursula Müller beschreibt ihr Projekt so: «Hertha Ochsner-Schriebl habe ich nicht gekannt. Sie, die Mutter meiner ehemaligen Nachbarin. Gesehen habe ich sie vier oder fünf Mal vielleicht, im Vorbeigehen, in ihrem dunkelgrünen Mantel, das graue Haar hochgesteckt, auf dem Weg zu ihrer Tochter. Als junge Frau nach Kriegsende aus Österreich in die Ostschweiz immigriert, die vergangenen 45 Jahre daheim in Speicher AR, Inhaberin eines Hauhalts- und Eisenwarengeschäftes, bis kurz vor ihrem Tod mit 81 Jahren. Und doch durfte ich sie kennenlernen, auf ganz eigene Weise. Durch ihr Haus nämlich, die Räume, die sie bewohnte, die Dinge, die sie benutzte, die Kleider, die sie trug. Und die Spuren, die sie hinterliess in ihrem Tun.»

Ursula Müller (www.muellerursula.ch) hat ihre Wahl getroffen. Sie erzählt uns nicht nur von Hertha Ochsner-Schriebls Leben. Ihre Wahl zeugt auch vom sorgfältigen Umgang und Blick einer Fotografin, die ihr eigenes Wesen unaufdringlich und zurückhaltend in die Bilder einzubringen vermag.

Reto Camenisch
Studienleiter Redaktionelle Fotografie MAZ